Zugegeben ist Narciso Rodriguez eines meiner allerliebsten Parfüme und dennoch will ich behaupten keine Narzistin im negativen Sinne zu sein. Doch es stimmt, dass ich mich in mich selbst unsterblich verliebt habe. Dazu habe ich allerdings einige Jahre gebraucht.

Es gibt viele Arten von Liebe. Unser Wesen ist in der Lage Gegenstände, Tiere und selbstverständlich auch andere Menschen sehr zu lieben. Aber Liebe ist für mein Ermessen unglaublich vielseitig. In diesem Bericht möchte ich mich ausschließlich auf die Selbstliebe fokussieren. Sie ist derzeit in aller Munde und doch zugleich völlig unbegreifbar.

Selbstliebe liegt  voll im Trend #selflove. Sie könnte glatt in die Kategorie Fashion fallen. Ich bleibe in meinem Fall aber lieber bei Life Love.

Habt ihr euch schon mal auf Anhieb verliebt? Oder glaubt ihr zumindest, an die Liebe auf den ersten Blick? Dieses Gefühl, wenn ohne Vorwarnung der Blitz einschlägt und es euch vollkommen erwischt.

So ein Moment kann der Beginn einer wunderbaren Liebesgeschichte sein. Gesegnet sei jeder, der dieses Gefühl zumindest einmal in seinem Leben erfahren darf.

Doch kennt ihr auch das Gefühl, wenn eine solche Liebe in die Brüche geht? Das abrupte Ende einer Beziehung? Herzschmerz im größten Ausmaß, als ob euch jemand zerreißt. Wir nennen es Liebeskummer.

Dieser tritt im Regelfall erst nach dem Verliebtsein auf. Nämlich dann, wenn die Liebe verflossen, verloren ist oder uns enttäuscht hat.

Im Hinblick auf mich selbst, habe ich den Liebeskummer jedoch verspürt, bevor die große Liebe zu mir selbst aufkam. Also genau umgekehrt.

Damit möchte ich sagen, wahre Selbstliebe ist etwas, das man auf unterschiedlichste Weise zu den unterschiedlichsten Zeitpunkten im Leben finden und erfahren kann. Man kann sie schon von Geburt an haben, sie im Laufe des Lebens finden oder verlieren. Es kommt auf jeden im Einzelnen von uns an. Aber es wäre schön und gesund, sie so früh wie möglich in uns zu tragen.

Es ist ein bisschen wie in Baywatch als Mitch zu Matt sagt: „Wenn du andere retten willst, darfst du dich selbst niemals in Gefahr bringen.“ Oder auch wie im Flugzeug, wo es bei der Sicherheitsunterweisung stets heißt: „Setzen Sie sich zuerst selbst ihre Sauerstoffmaske auf und helfen Sie dann den anderen.“

Selfcare ist die Grundvoraussetzung für viele guten Taten. Deshalb sollte gesunder Egoismus nicht verpöhnt werden. Erst wenn wir mit uns selbst im Reinen sind, können wir stark, positiv und stützend für andere sein.

In der heutigen Zeit hat sich die Selbstliebe glücklicherweise recht stark etabliert und wird vielseitig manifestiert. Ob durch Selfcare Treatments in jeglicher Form oder auch das Verwirklichen von persönlichen Träumen. Alles besonders angesagt momentan. Aber es geht nicht unbedingt darum die eigenen Imperfektionen zu feiern, auf die anderen zu pfeifen, die ganze Welt zu bereisen oder sich selbt mit Geschenken zu überhäufen.

Das Wichtigste und auch Schwierigste im Hinblick auf die für viele von uns sehr große Herausforderung, sich bedingungslos selbst zu lieben, ist die absolute Aufrichtigkeit sich Selbst gegenüber. Dazu gehört eine große Aufmerksamkeit, die es uns ermöglicht in uns hinein zu hören. Um überhaupt herauszufinden, wer man ist und was einen überhaupt glücklich macht, muss man sich zunächst selbst reflektieren. Das finde ich besonders schwierig und spannend zugleich. Oftmals ist dies ein Prozess, der einige Zeit in Anspruch nimmt. Diese sollte man sich unbedingt geben.

Wenn wir zu unseren ganz persönlichen Stärken und auch Schwächen (zurück)gelangen und vor allen Dingen auch zu unseren persönlichen Werten und Erwartungen, sind wir schon sehr nah dran.  Die Herausforderung besteht darin, sich selbst richtig gut zu kennen und nicht nur zu glauben, dass wir das tun. Wenn uns das gelingt, können wir unser eigenes Wesen schätzen und lieben lernen wie einen guten Freund, den man mit all seinen Macken und Vorzügen genauso und völlig unverändert liebt und braucht. Dann können wir uns erst das geben was wir uns wirklich wünschen.

Ich denke in den meisten Fällen, ist unsere Selbstliebe bereits vorhanden. Wir tragen sie schon in uns.

Vielleicht verlieren wir nur manchmal den Bezug zu uns über die Jahre hinweg, weil wir häufig abgelenkt sind von unterschiedlichsten Lebensumständen und auch Rückschlägen, Niederlagen, Wegen die wir eingeschlagen haben und in denen wir vielleicht doch nicht aufgehen. Manchmal machen wir auch unbewusst unser Glück zu sehr von anderen Menschen abhängig. Es ist unendlich individuell.

Deshalb gibt es in meiner Welt kein Rezept um eine gesunde Selbstliebe wirklich authentisch aufzubauen oder auch nur zurück zu erobern. Auch wenn davon in zahlreichen Ratgebern die Rede ist, denke ich vielmehr, jeder von uns muss seine eigene Reise zu sich selbst machen. Und wie soll es hierfür eine Anleitung geben, wo wir alle doch einzigartig sind und unterschiedlichste Erfahrungen sammeln?

Ich wünsche euch allen, dass ihr euch auch in euch verliebt und euch selbst das Ja Wort gebt. Das schöne ist ja, dass ihr trotzdem noch jemand anderen heiraten dürft. 🙂